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Donnerstag, 17. Dezember 2009

Salt(z)a: Salta, Salzseen und gesalzene Preise

"Salta" erreichten wir etwas unvorbereitet, d.h. wir hatten uns noch keine Unterkunft ausgesucht. Daher liessen wir uns gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus von einem der "Tourstenjäger" eines Hostels ein Bett für die Nacht aufschwatzen. Die Taxifahrt zum Hostel war bereits im Preis der Übernachtung inbegriffen (die 5 Minuten Fussweg hätten wir zwar auch noch geschaft, aber egal :-)), was bei dem günstigen Preis doch eher überraschte. Günstige Übernachtungspreise haben häufig einen Haken, hier in der Form eines einer Banane oder auch Badewanne gleichenden Bettes. Diese sind in Hostels zwar keine Seltenheit, aber dieses hier verdient schon eine extra Erwähnung, denn die Schaumstoffmatraze hätte in einem Horrorfilm mit dem Titel "Schaumi, die Mördermatraze" die Hauptrolle spielen können. Sie war so weich, dass sie einem beim Hinlegen fast vollständig verschluckte.

Nach einer überraschend erholsamen Nacht, war trotzdem ein Unterkunftswechsel angesagt. Bei Laura und Daniel in der "La casa de la linda" wurden wir herzlichst aufgenommen und über die nächsten Tage mit Ausflugs- und Restauranttipps eingedeckt.
Wir waren beinahe etwas traurig, als der Abschied nahte und wir uns aus dieser familiären Umgebung und von unseren liebgewonnenen Gastgebern loslösen mussten.
Aber halt, der Reihe nach!!

Den ersten Tag in einer neuen Stadt verbringt man in den allermeisten Fällen damit, sich mit der Umgebung bekannt zu machen, hier und da wird ein architektonisches Meisterwerk oder ein netter Park abgelichtet und man versucht sich die nächsten Tage des Aufenthalts zu verplanen. Wie bereits erwähnt halfen unsere Gastgeber bei zweiter Tätigkeit mit ihren Tipps tatkräftig mit und so waren die vier Tage im Nu verplant (wir hätten auch problemlos noch einige Tage länger bleiben können, uns wäre wohl nicht langweilig geworden...).

Nachdem Kathedrale, Kirche, Plaza 9 de Julio, Kloster, usw. im Kasten waren, ging's am zweiten Tag darum wieder etwas Bewegung in die müden Glieder zu bekommen. Da Salta's Hausberg, der "Cerro San Bernardo", durch schweizer Ingenieurskunst seilbahnmässig perfekt erschlossen war, beschränkten wir uns darauf den etwas weniger anstrengenden Rückweg zu Fuss hinter uns zu bringen und für den Aufstieg im Teleférico a la Garaventa Platz zu nehmen.
Der Ausblick über die Stadt erinnerte im entferntesten an das Panorama vom Gurten über die Stadt Bern, daher fühlten wir uns doch ein wenig zu Hause.

"Salta" konnte uns aber auch kulturell, beziehungsweise historisch, etwas bieten. Das MAAM (Museo de Arqueología de Alta Montaña) lockte mit der Entdeckungsgeschichte dreier Mumien selbst uns Museumsmuffel in seine vier Wände. Die drei Kindermumien waren auf dem Vulkan "Llullailaco" auf 6700 Meter Höhe gefunden worden und wir durften uns mit eigenen Augen überzeugen, wie gut das dortige Klima die Körper konserviert hatte. Beim Anblick dieser beinahe perfekt erhaltenen Mumien läuft's einem zwangsläufig kalt den Rücken runter. Echt gruselig, aber dennoch beeindruckend!!!

Die nähere (oder auch etwas weitere) Umgebung von "Salta" wartet mit diversen Sehenswürdigkeiten auf, daher war's beinahe unvermeidlich sich einer ganztägigen, geführten Tour anzuschliessen. Die "Salinas Grandes" waren die Hauptattraktion der als 12-stündige Tour angepriesenen Entdeckungsfahrt, die unser Intresse geweckt hatte. Leo, unser Fahrer und Guide, sollte uns und zwei weitere Neugierige für die nächsten Stunden nicht nur rumkutschieren, sondern gleichzeitig auch über landschaftliche und historische Geheimnisse der Umgebung aufklären.
Da er für die Bewältigung dieser durchaus als sehr anstrengend zu bezeichnenden Aufgabe auf die Unterstützung von Aufmerksamkeitssteigernden Sustanzen zurückgriff, kamen wir in den Genuss einer Gratiseinführung in das Ritual des Kokablätterkauens.
Keine Angst, Kokablätter sind zwar der Ausgangsstoff für die Herstellung von Kokain, aber das Kauen dieses bitter schmeckenden Grünzeugs hat absolut nichts mit dem Konsum von Drogen zu tun und macht auch nicht abhängig :-). Während dem Kauen wird dem Blätterbrei Sodium-Bikarbonat (besser bekannt unter dem Namen Backpulver) beigefügt um die Wirkstoffe aus den Blättern herauszulösen. Die beim ersten Mal zugegebenermassen etwas eklige Prozedur soll die Aufmerksamkeit steigern, das Hunger-Gefühl unterdrücken, die Atmung stimulieren und unempfindlicher gegen Temperaturschwankungen machen. Die andinen Völker verwenden daher Koka um die Auswirkungen der Höhenkrankeit zu lindern.
Ein richtiger Südamerika-Tourist darf sich dieses backen- und zungenbetäubende Experiment natürlich nicht entgehen lassen ;-). Man gewöhnt sich auch tatsächlich an den doch etwas eigenartigen, bitteren Geschmack und besorgt sich dann einen eigenen Sack Blätter und entsprechend etwas Backpulver...

Die Tour führte uns entlang der Geleise des berühmten und dadurch auch abartig teuren "Tren a las nubes" (Zug in die Wolken, für des Spanischen nicht mächtigen) in die Berge um "Salta". Die Besuche in den Pueblos (Dörfern) auf dem Weg zu den "Salinas Grandes" darf man wohl getrost als Lückenfüller bezeichnen, dienten sie doch vornehmlich entweder dem Besuch eines "Baños" (auch als Klo bekannt) oder der Mittagspause.
Die Landschaft, gesprenkelt mit allerlei Alpakas, Llamas, Guanacos, wilden Eseln, riesigen, über 120-jährigen Kakteen und den diversen Andengipfeln, war da schon eher einer Auslöserbetätigung würdig und liess die Digicams fleissig Bilder sammeln.

Auf dem Salzsee angelangt, wurde dann für die berühmten perspektivenverzerrten Bilder posiert (da werden Getränkeflaschen auf einmal so gross wie Menschen oder Leute scheinen auf ihren Sonnenbrillen zu sitzen, usw.). Muss ein lustiger Anblick gewesen sein, vier Leuten beim Rumturnen auf dem schneeweissen Salz zuzuschauen...

Auf dem Rückweg machte sich dann der etwas exzessive Kokablätter-Gebrauch unseres Fahrer-Guides bemerkbar. Während die Reisegruppe immer ruhiger wurde und einige langsam dem Land der Träume immer näher kamen, wurde Leo immer gesprächiger und zappeliger. Mitunter wurden wir über die Drogen- und Menschenschmuggelvorgehensweisen an der Grenze zwischen Bolivien und Argentinien aufgeklärt. Ausserdem wissen wir jetzt auch die Wahrheit darüber, wie "Che Guevara" ums Leben gekommen ist/sei. Der sei anscheinend nicht vom bolivianischen Militär mit Hilfe des FBI aufgespürt und exekutiert worden. Laut Leo sei er dem argentinischen Militär in die Falle gegangen (sein Grossvater sei als Sergant dabei gewesen) und erschossen worden. Um im eigenen Land keinen Aufruhr zu provozieren, habe man dann aber den Leichnam nach Bolivien "entsorgt" und den Bolivianern die Schuld für seinen Tod in die Schuhe geschoben...
KoKa-kauen scheint nicht nur hyperaktiv zu machen, sondern auch noch Verschwörungstheorien zu begünstigen :-)...

Nach 14 Stunden Tour, wovon nach Abzug der Mittagspause, der vereinzelten Pinkelpausen und den Stopps für Fotosessions, beinahe 12 Stunden reine Fahrzeit übrigblieben, waren wir heilfroh wieder in "Salta" angekommen zu sein und hatten vorerst genug von geführten Ganztagestouren....

In den letzten Wochen hatten wir uns "unnötigen" Balast in Form von Souvenirs angeschafft und da wir dachten das argentinische Postsystem dank unserer letzten Packetodysee durchschaut zu haben, entschlossen wir uns ein weiteres Packet in Richtung Heimat zu senden.
Wir hatten aber unsere Rechnung ohne besagtes, hinterlistiges Postsystem gemacht. Nachdem wir die Poststelle von "Salta" pünklich zur nachmittäglichen Türöffnung gestürmt hatten, wies uns ein hilfreicher Security-Typ darauf hin, dass Nachmittags keine internationalen Packete verschickt werden könnten. Der simple Grund: die Leute vom Zoll wären nur morgens da. Wir könnten aber morgen, morgens wieder kommen, wenn da nicht "Feriado", sprich Feiertag, wäre und Zollamt und Post geschlossen wären...
Da stach uns die FedEx-Filiale gleich am Ende des Blocks ins Auge und versprach Rettung in der Not. Dummerweise war gerade der Besitzer aufgrund wichtiger Bankgeschäfte nicht da, also mussten wir eine Stunde warten.
Nachdem der Typ dann doch noch aufgetaucht war, verbrachten wir eine weitere Stunde in seinem Büro, bis schlussendlich alle Papiere ausgefüllt und alle Formalitäten erledigt waren. Bei solch einer Ineffizienz erstaunt es dann auch nicht weiter, dass der Preis für das verschickte Packet etwas überhöht schien. Umso schlimmer, als dass der Wert des Inhalts des Packets schlussendlich tiefer ausfiel, als die Versandkosten... Aber egal, Hauptsache wir mussten keinen unnötigen Ballast mehr mitschleppen.

Nach fünf Tagen "Salta" war dann die Zeit reif für die Weiterreise Richtung Bolivien. Da keine Busse direkt über die von uns gewünschte Route nach Bolivien verkehren, war unser nächster Stopp das argentinische Grenzkaff "La Quiaca". Unseren vorerst letzten Halt in Argentinien erreichten wir nach 6 Stunden Busfahrt erstaunlicherweise eine Stunde früher als uns das der Fahrplan weiss machen wollte. Mal was anderes als immer nur zu spät kommen ;-).

Somit konnte unserem Abenteuer "Bolivien" nichts mehr im Wege stehen...

Mittwoch, 18. November 2009

Mendoza, Visa, Santiago und David Copperfield

Nachdem die Kälte in "Bariloche" unseren Bewegungstrieb und auch die Neugier auf die Stadt etwas gebremst hatten, zeigte nun in "Mendoza" das Thermometer zwar wieder "bewegungsfreundlichere" Werte zwischen 25 und 30 Grad, aber unsere Trägheit fand vorerst trotzdem kein Ende. Jetzt waren gesundheitliche Gründe dafür verantwortlich, dass wir nicht auf Touren kamen.
Nachdem wir den (zugegebenermassen dreisten) Versuch unternommen hatten die 2 Kilometer zwischen dem Busterminal und unserer Unterkunft per Pedes hinter uns zu bringen, befand einer unserer beiden Rücken nach einer heftigen Hustattacke (wir waren noch von den arktischen Temperaturen gezeichnet ;-)) es sei genug, was sich in quälenden Kreuzschmerzen manifestierte.

Hexenschuss lässt bekanntlich nicht mit sich spassen, daher mussten wir unser Aktivitätenprogramm entsprechend etwas anpassen, bis sich der Knoten im betroffenen Rückgrat wieder löste. Dank Schonprogramm, Tigerbalsam und schmerzkillenden Tabletten in hohen Dosen, war die zwischenzeitliche Bewegungseinschränkung glücklicherweise nach einigen Tagen ausgestanden. Jetzt konnte also das zuvor rekognoszierte Terrain auch vom zweiten Teil unserer Reisegruppe inspiziert werden.

"Mendoza" mit seinen breiten Strassen und zahlreichen Plätzen (laut unserem Reiseführer von den Stadtplanern seit dem letzten Erdbeben als Fluchtraum für die Bevölkerung bei zu erwartenden erneuten Wacklern eingerichtet) bot für unseren etwas verlangsamten Bewegungsrhytmus und den eingeschränkten Bewegungsspielraum genügend Platz für zwischenzeitliche Erholungstimeouts auf diversen Parkbänken (Sportler sollen sich während und nach erfolgter Genesung ja auch nicht gleich wieder mit Intensivtrainings übertun :-)).
Der eigentlich geplante Weinbergausflug per Fahrrad (mit Degustationen natürlich) fiel dem Rotstift zum Opfer, dafür wurde das Naherholungsgebiet am Stadtrand entsprechend häufiger besucht. Sich in den Schatten legen und mit dem bereits liebgewonnenen "Lonely-Planet"-Reiseführer die bereits geplante Reiseroute wieder und wieder abändern kann auch eine sehr befriedigende Beschäftigung sein ;-).

Damit der ortsansässigen Weinindustrie und unseren Gaumen trotz der verpassten Weintour doch noch etwas Gutes getan werden konnte, und da wir in unserem Hotel keinen Zugang zur Küche hatten, mussten wir uns wohl oder übel für Speis und Trank an die zahlreichen Restaurants vor Ort wenden. Da durften dann auch die für die Region so bekannten "Malbec"-Weine auf Herz und Nieren geprüft werden. Sehr passend zum einen oder anderen "Bife de Lomo". Das argentinische Fleisch mussten wir noch geniessen, denn anschliessend sollte uns unser Weg über die Anden nach Chile führen. Aber dazu später mehr...

Erstmal sollte der Kopfschmuck den angehobenen Temperaturen angepasst werden. Gar nicht so einfach einen Friseur zu finden... Die überaus freundliche Dame an der Reception unseres Hotels (Einstern-Hotels sind in "Mendoza" günstiger als Hostels und vermutlich um einiges sauberer und ordentlicher) wusste Rat. Häufig ist ja guter Rat teuer, in diesem Fall war das aber ganz und gar nicht so! Der Figaro verlangte nach kurzem und schmerzlosem Einsatz seiner Schermaschine lediglich 10 Pesos (also knapp 2 Franken 50)! Klar man könnte jetzt monieren, dass für einen "Coupe Steppenbrand" (Kurzhaarschnitt mit der Maschine ;-)) auch nicht mehr zu verlangen sei, aber das war der Preis für egal welchen Männerhaarschnitt (Frauen hätten übrigens auch nur 15 Pesos bezahlt)!!
Ok, die schlechte Bezahlung könnte auch der Grund für die doch recht eigenwilligen Haarkreationen der argentinischen Männerwelt sein :-)...

Wenn man bedenkt, dass ein knapp 15-minütiger Anruf in die Schweiz, zwecks Bereinigung eines nicht vorhandenen Problems mit der Visa-Karte, mehr kostet als ein Haarschnitt, erstaunt es nicht, dass zwar alle 20 Meter ein "Locutorio" (Laden zum Telefonieren) steht, aber kaum je ein Friseurladen zu finden ist.

Zu viel Zeit für Routenplanung führt häufig dazu, dass neue Alternativrouten zusammengestellt werden. Genau aus diesem Grund hatte auch die bereits vor der Abreise begrabene Idee mit dem Ausflug auf die "Osterinseln" neuen Zündstoff erhalten. Ursprünglich als zu teuer abgetan, erschien auf einmal die Möglichkeit die polynesische Inselgruppe mit ihren mysteriösen Steinköpfen zu erkunden als sehr interessant.
Also flugs Flüge gebucht, getreu dem Slogan "Visa, die Freiheit nehm' ich mir!". Im Internet per Kreditkarte bezahlen kann aber durchaus seine Tücken haben, wie wir herausfinden durften. Dank der zusätzlichen Sicherheitschecks der kartenausgebenden Bank (UBS in unserem Fall) schien der Bezahlvorgang schiefgelaufen zu sein. Auf jeden Fall erhielten wir von der Fluggesellschaft ein Mail mit der Aufforderung die missglückte Zahlung bis in wenigen Tagen per Internet, Hotline oder direkt im Büro in Santiago de Chile nachzuholen, da sonst die Reservation verfallen würde.
Der erneute Anruf im Cardcenter der Visa ergab denselben Befund wie beim letzten Mal, mit der Karte sei alles in Ordnung. Da fragt sich der Plastikgeld-Benutzer natürlich wo da der Hund begraben liegt, wenn mit einer intakten Karte kein Geld ausgegeben werden kann.
Da der Link zur Bezahlung des Fluges per Internet natürlich auch nicht funktionierte und die angegebene Hotlinenummer sich lediglich mit einer unverständlichen, spanischen Mailboxstimme meldete, blieb uns nichts anderes übrig als bei unserer Ankunft in "Santiago de Chile" das Büro der Fluggesellschaft aufzusuchen.
Die, zwar durch ein laufendes Telefonat abgelenkte, aber ansonsten sehr freundliche Dame in besagtem Büro machte uns dann darauf aufmerksam, dass die Bezahlung ja bereits erfolgt sei. Im Glauben etwas falsch verstanden zu haben mussten wir erst zweimal nachfragen, bis wir diese Nachricht richtig einordnen konnten. Anstatt also unseren Flug zu bezahlen, fanden wir uns mit der Aufgabe konfrontiert unsere Sitzplätze im Flugzeug auszusuchen.
Dies zu meistern war allerdings nicht annähernd so schwierig wie nachher eine passende Bleibe auf der Insel zu organisieren...

Die Empfehlungen von LP (Lonely-Planet) waren uns bisher bei der Organisation reisebudgetschonender Unterkünfte immer sehr behilflich gewesen, daher schenkten wir auch dieses Mal LP unser Vertrauen.
Im "Locutorio" gleich um die Ecke wurde schliesslich die Herausforderung telefonischer Unterkunftsreservation in Angriff genommen. Allerdings blieb das Erfolgserlebnis lange Zeit aus. Die Dame an der Kasse des Ladens muss sich wohl ihre Sache gedacht haben, wenn wir zum wiederholten Mal ohne einen erfolgreichen Anrufaufbau und daher ohne einen Peso abzudrücken aus dem Laden schlichen. Ausser Besetzt-Zeichen und nicht enden wollendem Rufton war nichts aus dem Hörer zu vernehmen. Unterwasserkabel mussten gerissen, Satellitenverbindungen unterbrochen und somit die "Osterinseln" von der Umwelt abgeschnitten sein!!!
Doch weit gefehlt, das Problem war viel einfacherer Natur... Unser lieb gewonnener LP (Lonely-Planet) hatte lediglich die Telefonnummernumstellung vor zwei Jahren nicht mitbekommen, da er mit Jahrgang 2007 knapp an der Altersgrenze scheiterte.
Der Typ in einem anderen "Locutorio" hatte die glorreiche Idee gehabt, unsere gewünschte Rufnummer durch den Compi zu schicken und hatte auch gleich die fehlende 2 ausfindig gemacht.
Mit den sieben richtigen Zahlen, lachte uns dann das Glück und bereits nach dem ersten Rufton konnte die Reservation abgewickelt werden.

Was bis hierhin noch fehlt ist die ganze Geschichte mit der Einreise nach "Chile" und der überaus "magischen" Ankunft in "Santiago".
Die siebenstündige, oder in unserem Fall achtstündige, Fahrt von "Mendoza" nach "Santiago de Chile" führt bekanntermassen über die Andenkette. Rein distanzmässig würde man annehmen, dass sieben Stunden sehr, sehr konservativ ausgelegt seien und auf jeden Fall ausreichen sollten um diesen Katzensprung hinter sich zu bringen. Die Tücke liegt aber im Detail, sprich beim Grenzübergang auf 3000 Metern über Meer. Die doch schon recht dünne Luft scheint die chilenischen Grenzbeamten etwas mehr zu behindern, als die einreisewilligen Bustouristen. Anders lässt sich nicht erklären, wie man für die Abfertigung einer Busladung Leute 1,5 Stunden vergehen lassen kann (die einstündige Wartezeit vorher nicht eingerechnet!).
Auf den ersten Blick scheint es dann auch etwas lächerlich, dass es die Grenzbeamten mit ihren Röntgenscannern hauptsächlich auf "geschmuggelte" Äpfel und Birnen abgesehen haben (oder auch andere planzliche und tierische Produkte).
Natürlich versuchen die Chilenen damit lediglich ihre Landwirtschaft vor bei ihnen unbekannten Seuchen und Krankheiten zu schützen.
Das obligate touristenverwirrende Einreiseformular durfte natürlich auch hier nicht fehlen. Allerdings waren die Chilenen weniger an den mitgebrachten Mobiltelefonen interessiert (wie das die Argentinier sind), als viel mehr, wie bereits erwähnt, an Äpfeln und Birnen. Andere Länder, andere Sitten...

Dank der äusserst ineffizienten Hochgebirgs-Apfeljäger waren wir also knapp eine Stunde verspätet in "Santiago" angekommen. Nach kurzen Problemen am Geldautomaten (aha, ausländische Karte im Menu auswählen, bevor Geld ausgespuckt wird) empfing uns bereits ein äusserst freundlicher Herr und geleitete uns zu seinem Taxi. Ganz Touristenführer zeigte er uns auf der Fahrt zum Hostel gleich einige Sehenswürdigkeiten der Stadt und rief uns einige Sicherheitstipps im Umgang mit dem Rucksack in einer Grossstadt ins Gedächtnis zurück. Das Taxameter leuchtete uns 7'500 Pesos entgegen, also knapp 15 Franken, was für eine Fahrt dieser Länge durchaus Ok scheint.
Beim Bezahlen machte unser netter Taxifahrer dann allerdings Gebrauch von etwas weniger netten Taschenspielertricks. Dieses Mal ganz "David Copperfield" zauberte er aus dem eben erhaltenen 20'000 Pesos-Schein mit einem kurzen Huster einen 1'000 Pesos-Fetzen und forderte von uns die angeblich fehlenden 6'500 Pesos ein.
Plötzlich wollte der vorher wenigstens gebrochen Englisch sprechende Herr dieser Sprache nicht mehr mächtig sein und unser Spanisch war noch nicht krisengeprüft genug, daher gelang es uns nicht diesen Halunken von seinem "Irrtum" zu überzeugen. Da hätte wohl nur noch rohe Gewalt gewirkt. Als neutralitätsgewohnte Schweizer sind wir leider in der Anwendung martialischer Kampfkünste eher unterbelichtet, also entwischte uns "David" ohne blaue Flecken, dafür mit einem schönen Trinkgeld im Sack.

Samstag, 14. November 2009

Weiterer Zwischenstop in der Kälte

Eineinhalb Stunden nachdem der Flieger in "El Calafate" den Boden verlassen hatte, war die Landung in "Bariloche" angesagt. Der Flieger war bei weitem nicht voll gewesen, was auf Nebensaison schliessen lässt. Im Sommer sind die günstigen Flüge laut Reiseführer immer bereits Tage im Voraus ausgebucht. Überraschenderweise gab's während des Flugs sogar einen Snack, quasi Kaffee und Kuchen bzw. Güezi. Das hätten wir von der "Krieger"-Airline nicht erwartet ;-). Abgesehen davon, dass der Flieger schon etwas älteren Jahrgangs war und die Innenausstattung dies auch entsprechend zur Schau trug, getreu dem Motto: Funktionalität vor Aussehen, gab's keine Erkennbaren Unterschiede zu normalen kommerziellen Airlines. Der Flieger schien gut in Schuss, wäre wohl auch keine gute Werbung wenn ein Vogel der argentinischen Luftstreitkräfte gefüllt mit Touris vom Himmel fallen würde :-).

"Bariloche" empfing uns mit offenen Schleusen, sprich es goss wie aus Kübeln. Nach dem "hemdsärmeligen" Einchecken am "LADE"-Schalter in "El Calafate" ging's auch am Zielort eher rustikal zu und her. Der Gepäcktransport fand gleich im Transferbus statt und den Weg zum Gepäckband konnten wir uns sparen, da gleich jeder Passagier sein Gepäck selber aus dem Bus rausbuckeln durfte. Etwas ungewohnt, aber sehr speditiv :-)...
Etwas weniger speditiv waren dann die Sicherheitsleute beim Ausgang des Gates. Zwar waren wir erst am verwaisten Gepäckscanner vorbeigeschlichen, einige Schritte später wurden wir dann aber von zwei Uniformierten zurückgepfiffen. Die Durchsuchung nach unerlaubt mitgeführten Waren, sprich Früchten, durfte natürlich nicht einfach so ausgelassen werden. Da man sich hatte vorbeischleichen wollen, war's natürlich nicht mit einmal scannen getan. Gleich mal Handgepäck offenlegen, könnte ja der eine oder andere mit irgendwelchen Krankheiten kontaminierte Apfel mitgereist sein. Die beiden Jungs vom Sicherheitsdienst hatten auch kurz mit dem Gedanken gespielt Cöry's Rucksack ganz durchsuchen zu wollen. Die Aussicht auf viel unnötige Arbeit liess sie aber dann doch kalte Füsse bekommen und uns schlussendlich durchwinken. Machtdemonstration in allen Ehren, aber man will sich ja nicht gleich selber damit strafen ;-).

Nach dem wettermässig doch eher traurigen Empfang, zeigte sich "Bariloche" die folgenden Tage von einer etwas besseren Seite. Zwar blies uns konstant ein eisiger Wind um die Ohren, aber wenigstens hielt sich Petrus mit Blumengiessen etwas zurück. Trotzdem erinnerte unser Kleidungstil eher an Antarktis als an den erhofften Sommer. Die Zwiebeltaktik hatten wir langsam etwas satt, da konnte auch die sehr schöne Umgebung von "Bariloche" nicht viel dran ändern.
Der obligate Besuch auf dem "Cerro Campanario" mit der, laut Eigenwerbung, weltschönsten Aussicht, durfte natürlich nicht fehlen. Eine kurze, holprige Sesselbahnfahrt brachte uns (faulen Säcke, man hätte auch in knapp 30 Minuten hochspazieren können...) auf den Gipfel und in den Genuss der tatsächlich sehr netten Aussicht. Allerdings dürfte der Ami, der im Gästebuch der "Confiteria" (die argentinische Variante eines Tea-Rooms) geschrieben hatte, dass er sich nach dem Genuss dieser Aussicht einen Ausflug in die Schweiz sparen könne, schon ein klein wenig was verpassen, falls er die Alpen tatsächlich aus seiner "Muss-ich-gesehen-haben"-Liste streichen sollte...

Kälte lässt bekanntlich die Moleküle sich etwas langsamer bewegen. Für uns traf diese Tatsache auch zu: Abgesehen vom Ausflug zu DER Aussicht und einer Erkundungstour durch die Stadt (übrigens eher vom Wunsch nach einer schöneren Unterkunft getrieben, als von echter Neugier) kamen wir nicht zu viel Bewegung. Angebote wie zum Beispiel Riverrafting konnten uns trotz versprochener Neopren-Anzüge und anschiessendem Asado (argentinisches Grillfest) nicht so recht aus der Reserve locken. Wer kann uns das bei vermuteten Wassertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auch verübeln?

Also konzentrierten sich unsere Tätigkeiten hauptsächlich auf das Ausarbeiten der weiteren Reiseroute, was übrigens gar nicht so einfach ist (mussten wir feststellen). Es gibt ja so viele mögliche Routen um von A nach B oder C, D oder E zu kommen! Erst sollte es nach Chile und dann da Richtung Norden weitergehen... Oder doch in Argentinien Richtung Norden und dann erst in "Mendoza" nach Chile? Oder doch besser nach Chile, aber dann da noch ein paar Tage im Süden bleiben bevor's den Anden entlang hoch gehen soll? Entscheidungen, Entscheidungen... Rumreisen ist nicht immer nur einfach!

Schlussendlich gewann aber doch die Aussicht auf wärmere Temperaturen im Norden und ein Busticket in's 16,5 Stunden entfernte "Mendoza" wurde organisiert. Damit sollten wir unserer Idee von eineinhalb Jahren Sommer wieder etwas näher kommen :-). Dummerweise war die einzige Busgesellschaft, die direkt nach "Mendoza" fahren sollte "Andesmar", mit der wir bei der letzten Fahrt nicht ganz warm geworden waren (und das hatte nichts mit der Drogenkontrolle, man erinnere sich, zu tun :-)).
Und auch dieses Mal wurden wir wieder mit den (furz)trockenen "Alfajores" (eine Art Keks-Sandwich gefüllt mit Dulce de Leche (was sonst?)) "verwöhnt". Auch das servierte Abendessen (um 23 Uhr notabene) war eher etwas für weniger verwöhnte Gaumen.

Trotzdem waren die 16,5 Stunden erstaunlich schnell vorbei, Nachtfahrten haben doch auch ihre Vorteile. Bei der Ankunft in "Mendoza" war dann erstmal Tenuerleichterung angesagt. Bereits um 8 Uhr morgens zeigte das Quecksilber gut 10 Grad mehr als zum wärmsten Zeitpunkt an unserem Abfahrtsort. Das liess doch einiges erwarten...

Sonntag, 8. November 2009

Seeelefanten, Pinguine, Schnee und Eis

Einmal in "Puerto Madryn" angekommen musste eine Bleibe für die nächsten Tage gefunden werden. Im Touristoffice trafen wir auf Teresa, unsere deutsche Mitreisende vom Bus. Sie war bereits damit beschäftigt den Typ der Tourist-Info auszuquetschen. Da konnten wir uns praktischerweise gleich einklinken. Dank Teresas Spanischkünsten (Kunststück als Halbchilenin ;-) waren Unterkunft und Ausflug zur "Peninsula Valdes" im Nu organisiert. Wir als Spanisch-Stegaleniker hätten diese Aufgabe wohl nicht ganz so speditiv erledigt ;-)...

Die "Peninsula Valdes" ist ein "Reserva Faunistica", also ein Naturreservat und ist bekannt für Seelöwen, Seeelefanten, Wale, Delfine und Pinguine. Wir hatten uns für die Tour ohne Whale-Watching entscheiden, da wir diese Tiere bereits in Südafrika aus nächster Nähe hatten beobachten können und so auch unsere Reisekasse etwas entlasten konnten.
Interessant an geführten Touren in Argentinien ist übrigens die Tatsache, dass der Eintritt in den jeweiligen Park im Preis der Tour nicht inbegriffen ist. Dieser Umstand mutet schon etwas komisch an, denn was soll man auf einer Tour anderes tun als den entsprechenden Park zu besuchen? In Argentinien scheint dieses Vorgehen den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen Usus zu sein, denn auch in Iguazu wurde unser Portemonaie in der gleichen Art und Weise um einige Pesos erleichtert.
Also am Eingangstor des Parks einige Pesos abgedrückt (natürlich der entsprechend höhere Tarif für ausländische Touris) und los ging der Spass. Der erste Tourstop sollte "Puerto Pyramide" sein. Hier wird der Touristenstrom von den Bussen auf Schnellboote umgeladen und auf Waljagd geschickt. Wir hatten uns gegen dieses Spektakel entscheiden und machten uns stattdessen auf das Dorf zu erkunden. 20 Minuten später, das Dorf ist wirklich winzig, sassen wir bei wärmendem Tee in einem Restaurant und warteten auf die Rückkehr unserer Bootsreisenden.

Nach dem Mittagshalt war dann der Besuch einer Seeelefantenkolonie nächster Programmpunkt. Seelefanten sind bekanntermassen die grösseren Verwandten der Seelöwen. Unter einer "Kolonie" werden sich die meisten Leute wohl eine Ansammlung von einigen hundert oder zumindest einigen dutzend dieser Tiere vorstellen. Uns gings genau so, daher konnten die 10 bis 20 am Strand verstreuten Exemplare unsere Erwartungen nicht ganz befriedigen. Trotzdem war es witzig den dicken, für ein Leben an Land doch eher schlecht ausgerüsteten Viechern beim nachmittäglichen Verdauungsnickerchen zuzugucken. Man hätte die Tiere beinahe für tot erklären können, so reglos lagen sie im Sand und dösten vor sich hin. Das eine oder andere posierte für die bereitstehende Touristenschar und liess die Kameras rauchen.

Der nachfolgende kurze Halt bei der Pinguinkolonie, kann wohl eher als PR-Veranstaltung des Tourveranstalters bezeichnet werden. Gratis-Werbung für den ebenfalls im Angebot stehenden Ausflug nach "Punta Tombo" zur grössten Pinguinkolonie diesseits der Antarktis. Im Verkaufen sind die Argentiner spitze!

Das parkeigene Museum wurde zuletzt angesteuert. In den fünf Räumen des winzigen Gebäudes wurden neben einem Walskelett allerlei Artefakte zum Thema Geschichte, Flora und Fauna des Parks ausgestellt, aber wichtiger noch da gabs auch Toiletten...
Eine kurze Fahrt später war der ganze Spuk auch schon vorbei und die Leute wurden an den verschiedenen Hostels aus dem Bus befreit.

Wir hatten unsere Weiterfahrt noch nicht geplant, daher entschieden wir uns noch einen Tag länger in "Puerto Madryn" zu bleiben und in aller Ruhe unsere Route zusammenzustellen.
Nach kurzer Recherche kristallisierte sich "El Calafate" ganz im Süden Patagoniens als nächstes Ziel heraus. Komischerweise gibt's in dieses Kaff keine direkte Busverbindung, obwohl mit grosser Sicherheit jeder Patagonien-Tourist hier Halt macht um den berühmten Gletscher "Perito Moreno" zu bestaunen. Es gibt also keine andere Möglichkeit, als via "Rio Gallegos" nach "El Calafate" zu gelangen. Der 4-stündige Zwischenstopp in "Rio Gallegos" dient eher dazu, die ortsansässige Wirtschaft etwas anzukurbeln, als dass es den Touris die Möglichkeit bietet sich von den Reisestrapazen zu erholen ;-)...
Uns kam der Zwischenstop trotzdem gelegen, da wir noch die Bustickets nach "El Calafate" lösen mussten (das ging natürlich auch nicht bereits in "Puerto Madryn"). Bei der Gelegenheit liessen wir uns auch gleich die Tickets für den Bus von "El Calafate" zum Gletscher "Perito Moreno" aufschwatzen. Das Schaltermädel hatte uns schliesslich versichert, dass diese "Oferta", sprich Sonderangebot, nur in "Rio Gallegos" zu kaufen sei (was natürlich nicht stimmte, aber wieder gut verkauft).

Zwei Videofilme oder vier Stunden Busfahrt später erreichten wir schlussendlich unser Ziel "El Calafate", allerdings nicht ohne vorher einem freundlichen Polizisten unsere Pässe unter die Nase gerieben zu haben. Die uniformierten Freunde und Helfer notieren sich auch immer brav Namen und Passnummer. Sollten wir in Argentinien also mal verloren gehen, einfach bei der argentinischen Polizei anrufen, die wissen schon wo wir zu finden sind :-).

Unser Hostel war erste Klasse! Bodenheizung, eigenes Bad und WC machen das Backpackerleben beinahe am Ar... der Welt doch sehr viel erträglicher! Da lassen sich auch Temperaturen zwischen -5 bis +5 Grad einiges besser aushalten.

Für die Besichtigung des "Perito Moreno" hatten wir uns perfektes Gletscherbesichtigungswetter ausgesucht: Schneefall! Glücklicherweise war Petrus so gnädig uns zwischendurch einige Sonnestrahlen Richtung Eis zu schicken, so konnten wir die obligaten Bilder schiessen, die wohl jeder Patagonienbesucher zuhause rumzeigt. Nochwas Gutes hatte das "Huddel"-Wetter: wir mussten uns die Aussicht lediglich mit ein paar vereinzelten Mittouris teilen und konnten auf Ellenbogenkämpfe zur Sicherung der perfekten Kameraeinstellung verzichten.

Ein kleines Problem gab's noch zu lösen: Wir hatten erst in "El Calafate" selber herausgefunden, dass die Busfahrt nach "Bariloche", die wir eigentlich ins Auge gefasst hatten, über die berühmt berüchtigte "Ruta 40" führt. Die knapp 32-stündige Fahrt führt ausschliesslich über Schotterpisten, was uns doch etwas widerstand. Glücklicherweise fanden wir auf der Hompage der argentinischen Luftstreitkräfte einen recht günstigen Flug. Ja, die bieten hier Passagierflüge an, und nein nicht in Kampfjets ;-). Da sie aber nur einmal die Woche nach "Bariloche" hochfliegen, mussten wir unseren Aufenthalt im Süden von Patagonien etwas beschneiden.

Die Flugtickets hatten wir per Email erhalten. Das dumme war nur, dass wir ledigliche in Ticket zugeschickt erhielten. Als nichtargentinier führt das natürlich etwas Verunsicherung, wär doch doof wenn wir am Flughafen stehen würden und dann nur eine Person abflilegen könnte... Bei der telefonischen Nachfrage durch die netten Leute vom Hostel, kam die lapidare Antwort, dass wir einfach die Pässe mitbringen sollten. Tatsächlich war dann am Schalter von "LADE" keine Rede von E-Ticket oder sonstigem Krims-Krams. Da wurde einfach der Name aus dem Pass auf einer Liste abgehakt und rein in den Flieger (natürlich erst nachdem die Flughafengebühr am entsprechenden Schalter entrichtet worden war).
Pünktlich ging's ab in Richtung des hoffentlich wärmeren Nordens...

Mittwoch, 4. November 2009

Hosen runter, elende Drogenschmuggler!!

Pünktlichkeitsverwöhnte Schweizer und südamerikanische Busgesellschaften sind zwei Dinge, die eher schlecht als recht zusammenpassen. Es kommt wohl nicht selten vor, dass Busse zur angegebenen Abfahrtszeit noch nicht mal im Busterminal angekommen sind. Als Neulinge in Sachen Busfahren in Argentinien, trieb uns dieser Umstand allerdings trotzdem den Schweiss auf die Stirn, zumal die gewählte Reisedestination nicht zwingend mit dem Endbahnhof des Busses übereinstimmen muss und somit auch nirgends auf einer Anzeige erscheint. Das kombiniert mit der Tatsache, dass der Busbahnhof "Retiro" in "Buenos Aires" an die 70 Bushaltestellen sein eigen nennt, birgt ein gewisses Potential dafür den gebuchten Bus zu verpassen. Laut Rückseite des Bustickets kann man sich in diesem Fall dann auch gleich getrost die ausgegebenen Pesos ans Bein streichen.
Wir sassen also um 19:00, notabene die Abfahrtszeit unseres Buses, im Wartesaal von Sektor D (wenigstens sind die 70 Haltestellen in Sektoren unterteilt) und starrten auf den Monitor mit den ab- bzw. einfahrenden Bussen um den unsrigen sicher nicht zu verpassen. 15 bange Minuten verstrichen, bis sich unsere Nervosität in Luft auflösen durfte und wir im "Semi-Cama"-Sitz unseres "Andesmar"-Busses platznehmen konnten. Nach der First-Class-Yuppie-Reise zu den Wasserfällen in "Iguazu" war dieses Mal die "Holzklasse" angesagt. Wir waren gespannt, wie die 19-stündige Fahrt unseren Hintern bekommen würde...

Für die Unterhaltung und den Service unterwegs war "Lucas" unser Busbegleiter zuständig. Bereits bei seiner Eröffnungsansprache wurde klar, dass dieser Job für ihn nur eine Zwischenstation auf seinem Weg zum neuen argentinischen Comedy-Superstar sein sollte. Seine gekonnt eingestreuten Pointen wurden von den Spanisch sprechenden Passagieren mit Gelächter honoriert.
Sein Service und das Unterhaltungsprogramm an Bord hielt sich dann aber anschliessend, wie sich das für die Holzklasse gehört, in Grenzen. Getränke gab's nur während dem Abend- bzw. Morgenessen und die Auswahl der Videofilme beschränkte sich auf den gerade auf den Screens gezeigten Streifen. Da waren wir uns schon etwas anderes gewöhnt... Klar, selber schuld, man sollte auch nicht mit dem absoluten Top-Class-Unternehmen seine Busreisetätigkeit beginnen, wenn man anschliessend nicht enttäuscht werden will :-).

Damit beim x-ten Mal "Matrix" angucken keine Langweile auftreten konnte, war dann die argentinische Polizei zuständig. Ihre Kontrollen kannten wir bereits von der Busfahrt nach "Iguazu", dass wir aber dieses Mal dabei nicht bloss zuschauen, sondern einen aktiven Part spielen durften fanden wir dann aber doch etwas befremdend....
Aber der Reihe nach: An gewissen Checkpoints lassen die Jungs von der argentinischen Polizei den Bus anhalten und schicken ihre vierbeinigen Partner mit der kalten Schnauze einmal von vorne nach hinten durch den Bus um allfällige versteckte Drogen aufzuspüren. In einigen Fällen werden dann auch noch die Gepäckstücke ausgeladen und beschnüffelt. Der Zufall wollte es, dass sich der Schnüffelhund an einem unserer Rucksäcke (genauer gesagt Jan's) verschluckte und zu bellen begann...
Bis zu einem bestimmten Grad kann man sich auch mit wenig Phantasie ausmalen, was dann folgte. Der Verdächtige darf sein ganzes Gepäck (natürlich nicht nur den verdächtigen Rucksack) ins wenige Meter entfernte Polizeibüro buckeln. Man würde dann damit rechnen, dass das Gepäck einmal kurz Stück für Stück ausgepackt und nach versteckten Drogen untersucht wird. Das ist auch nicht ganz falsch, allerdings wurde das erst durchgeführt nachdem der Verdächtigte sich nur mit "Reise-Stützstrümpfen" bekleidet der versammelten Polizeiwache präsentiert hatte. Zweimal kurz eine Kniebeuge ausgeführt, damit auch die allfällig in den Körperöffnungen versteckten Drogenpäckchen zum Vorschein kommen und dann wieder angekleidet. Man mache sich ein Bild ;-)...
Die Durchsuchung des Gepäcks förderte, wie zu erwarten war, keine Drogen zu Tage. Allerdings waren die anwesenden Polizisten fasziniert davon wie viele Taschen der Rucksack besass und welche Dinge da zu Tage gefördert wurden (Trekkingmahlzeiten, usw. hatten sie wohl noch nie gesehen :-)). Irgendwann war dann aber die Neugier der Jungs befriedigt und sie liessen den Verdächtigen und sein Gepäck zurück zum Bus.
Anscheinend behält das Sprichwort "mitgegangen ist mitgefangen" (oder so ähnlich) auch ins Spanische übersetzt seine Bedeutung, denn auch Cöry wurde mitsamt Gepäck zusammen mit "Teresa", einer Touristin aus Deutschland, ins Büro zitiert. Da die vorausgegangene Durchsuchung nicht von Erfolg gekrönt war, hatte das Verdachtsmoment aber wohl etwas an Gewicht eingebüsst und die Polizistin beliess es bei einer Untersuchung des Handgepäcks.
Damit war der aufregende Teil der Busreise gelaufen und die letzten, langweiligen Kilometer wurden abgepult.

Freitag, 30. Oktober 2009

Jede Menge fallendes Wasser

Normalerweise verspannen sich die Gesässmuskeln bereits beim Gedanken an eine 16-stündigen Busfahrt. Auch die Bandscheiben ächzen bereits vor der Fahrt aus Angst vor den unbequemen Sitzen, an Schlaf wagt man nicht mal zu denken...
Dass das auch anders geht, konnten wir bei der Fahrt nach "Puerto Iguazu" feststellen. Wir hatten ja, nicht ganz absichtlich, eine Busfahrt mit "Super Cama"-Sitzen gebucht, konnten also unseren Sitz zu einem Bett umfunktionieren. So macht Busfahren richtig Spass!! Die 16 Stunden vergingen praktisch im Schlaf. Nach dem Einsteigen wurde uns bereits nach kurzer Zeit ein warmes Abendessen serviert (Wein inklusive). Kurz darauf wurde das Unterhaltungssystem hochgefahren und eine Auswahl von Videofilmen präsentiert. So konnte mit der Flimmerkiste die Zeit bis zum Erreichen der Bettschwere überbrückt werden. Kissen und Decke lagen bereits beim Besteigen des Busses bereit und das Sandmännchen schien auch zur Buscrew zu gehören. Optimale Voraussetzungen um den Grossteil der Reise im Land der Träume zu verbringen...
Morgens, vor der Ankunft am Zielort, gab's dann noch ein kleines Frühstück mit Kaffee, Tee und Gipfeli. Wie gesagt, so macht Busfahren Spass!!

In "Puerto Iguazu" erwartete uns schon der Fahrer für den Transfer zum Hostel,. Ok richtige Backpacker würden sowas selbst organisieren, aber das war halt Teil unseres "All-Inclusive-Iguazu-Wasserfälle-Package" das wir gebucht hatten. Unser "Lonely Planet"-Reiseführer pries das gebuchte Hostel als eines der besten in Argentinien an. Mit Pool, Barbeque zum Nachtessen, Bar, Billard- und Ping-Pong-Tischen, gratis Internet und einer beeindruckenden Lounge zum Rumhängen wurde der Massstab auf jeden Fall gehörig hoch gesetzt. Es wird sich zeigen, ob das noch zu toppen ist. Einen kleinen Kritikpunkt gab's allerdings doch, die Bettwäsche war etwas muffig, da unser Zimmer die Luftfeuchtigkeit des tropischen Regenwaldes von "Iguazu" simulierte. Jammern auf hohem Niveau halt...

Ausgeruht nach der langen Busfahrt war bereits am Nachmittag nach der Ankunft der Ausflug zur brasilianischen Seite der Wasserfälle angesagt. Wieder dank dem "Rundum-Sorglos-Packet" wurden wir vom Bus abgeholt und mit einer Gruppe von anderen Touristen über die Grenze zum Eingang des Parks gekarrt. Grenzübertritte in Südamerika sind ja bekanntlich nicht ganz so effizient wie anderswo. Das durften wir auch erfahren. Speziell war nur, dass die einstündige Verzögerung nicht bei der Einreise nach Brasilien verursacht wurde, sondern bei der Ausreise aus Argentinien. Man bekam beinahe den Eindruck, als dass die Argentinier ihre einmal eingesackten Touristen für sich alleine behalten wollten :-).

Die Brasilianer können zwar nur einen sehr kleinen Teil der Wasserfälle von Iguazu ihr eigen nennen, aber dieser Teil ist nicht minder eindrucksvoll. Speziell auch deshalb, weil man von der brasilianischen Seite einen hervorragenden Blick auf den argentinischen Teil der Fälle hat. Normalerweise sind die Wassermassen des "Rio Iguazu" grün, wie man sie von Postkarten her kennt. Bei unserem Besuch sollten sich aber, laut Tourguide, sieben mal mehr Wassertropfen pro Sekunde über die berühmte Kante stürzen als das normalerweise der Fall ist. Daher war braun die vorherrschende Farbe, was dem Spektakel aber keinerlei Abbruch tat. Die tosenden Wassermassen sind einfach gigantisch und lassen sich auch im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben! Sich vom Wasserfall vollsauen lassen gehört zum Spektakel einfach dazu. Genauso wie der kuze Zwischenhalt beim "Duty-Free"-Shoppingcenter bei der Rückreise nach Argentinien (übrigens wieder mit einem stündigen Aufenthalt im Niemandsland, dieses Mal beim Ausreisen aus Brasilien).

Nachdem der Besuch der brasilianischen Seite bereits ein recht touristisches Unterfangen dargestellt hatte, konnten die Argentinier tags darauf noch gehörig einen drauf setzen. Laut unserem Tourguide werden durchschnittlich 3000 Leute pro Tag durch den argentinischen Teil gehetzt. Die meisten davon als Teil einer geführten Tour, wie wir das waren. Man darf allerdings getrost sagen, dass diese geführten Touren ihr Geld nicht wert sind, da sich 35 Leute einen Tourguide teilen (da wird's schon schwierig etwas von seinen Erläuterungen mitzubekommen, wenn man Spanisch versteht, für uns war's quasi unmöglich). Dieser Umstand ist aber auf Grund der atemberaubenden Umgebung auch nicht so massgebend, die Wasserfälle sprechen für sich.

Auch die schönsten Dinge können mit der Zeit etwas von ihrem Reiz verlieren, und nach vier Stunden fallendem Wasser zugucken, wurde die ganze Sache doch langsam etwas eintönig. Da wird auf einmal das Ausgangstor interessanter als die eigentliche Hauptattraktion... Nicht falsch verstehen, die Wasserfälle sind es echt wert sich dem Touristrom zu ergeben!!

Die Rückreise nach "Buenos Aires" war dann schon fast ein wenig langweilig, denn es wurden dieselben Filme wie auf der Hinfahrt gezeigt. Also Sitz in die waagrechte verstellt und losgeschnarcht. In "Buenos Aires" angekommen mussten wir unser restliches Material, wir hatten nicht unseren ganzen Müll nach "Iguazu" mitgenommen, bei Mutschi abholen und der argentinischen Post einen Besuch abstatten um ein Packet nach Hause zu schicken.

Packete verschicken ist in Argentinien kein Unterfangen von ein paar Minuten, das war uns von Anfang an klar, da wir bereits vor Wochenfrist einen ersten Versuch unternommen hatten. Damals wollte uns die alte Schachtel vom Zoll unser Packet nicht authorisieren, da wir anstelle unserer Pässe nur Kopien dabei hatten. Beim unserem zweiten Versuch sollte alles anders kommen...
Das Zettelziehsystem kannten wir bereits aus der Schweiz und die Zahl auf unserem Zettel war von der auf der Anzeige über dem Schalter nicht weit entfernt, trotzdem dauerte es ziemlich genau eine Stunde bis der Spuk vorbei war. Erst mussten wir ein kleineres Packet erstehen, da wir nicht beabsichtigten kubikmeterweise Smogluft aus "Buenos Aires" in die Schweiz zu schicken. Dann war die Zollkontrolle fällig: Am Zollschalter sass natürlich niemand, daher wurden wir in den Nebenraum geschickt. Der Zollbeamte deutete uns, es wäre alles OK, wir sollten das Packet einfach abschicken (anscheinend sahen wir nicht wie kolumbianische Rauschgiftschmuggler aus), er wollte nichtmal reinschauen. Das war uns allerdings etwas suspekt, da wir der Dame am Postschalter in unserem gebrochenen Spanisch kaum hätten verklickern können, was abgelaufen war. Irgendwie schafften wir's dann trotzdem den Typ dazu zu bewegen unser Paket vor den Augen der Schalterbeamtin zu kontrollieren, wobei "kontrollieren" wohl der falsche Ausdruck ist. Anscheinend aus Zeitmangel, oder evtl. auch aus Unlust, hob er nur kurz den Deckel unseres Packets hoch und deutete der Beamtin, alles sei paletti. Niemand wollte auch nur den Umschlag unserer Pässe sehen!! Super, dafür mussten wir extra ein zweites Mal antanzen... Etwas tröstend war der Umstand, dass anscheinend nicht nur Touristen von den Post- und Zollbeamten schickaniert werden, sondern das auch Argentiniern passieren kann. Während wir da waren wollte ein Einheimischer ein Packet verschicken, das eine Länge von 1 Meter 10 hatte. Die Pöstler wollten aber partout keine Post grösser als einen Meter annehmen, also musste der Typ unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Nach unserem Postausflug ging's dann gegen Abend wieder an den Busbahnhof für unsere Weiterreise nach "Puerto Madryn". Aber mehr zu den Erlebnissen auf dieser sehr interessanten Reise in einem nächsten Post...

Samstag, 24. Oktober 2009

Sprachschule ade... Wie geht's weiter?

Die letzte Schulwoche begann mit einem Lehrerwechsel. "Victoria" sollte von "Juan Manuel" die Aufgabe erben uns mit Spanischwissen zu bombardieren. Nachdem die ersten beiden Wochen eher von ausschweifenden Frage- und Antwortsessions geprägt waren, gings mit "Victoria" für unsere letzte Woche noch mal richtig ans Eingemachte: Kurze und schmerzlose Repetition des Stoffes der letzten Wochen und dann los mit Grammatik! Wer, wie wir, während der Schulzeit die Umstellung vom "Tunwörtli" zum "Verb" und vom "Wiewörtli" zum "Adjektiv" verschlafen hat, wurde so richtig gefordert. Da kann's schon vorkommen, dass man vor lauter Präpositionen, Verben, Adjektiven und Substantiven die Buchstaben nicht mehr sieht. Wenn dann die Wortkategorien auch noch in einer fremden Sprache auftauchen, darf man getrost davon sprechen, dass die Verwirrung komplett ist (OK, zugegeben, die spanischen Bezeichnungen sind den unseren sehr ähnlich, aber trotzdem...). Da wünscht man sich dann ganz still und leise, man hätte doch während der obligatorischen Schulzeit etwas besser aufgepasst...

Trotzdem überstanden wir auch die letzte Woche und das damit verbundene Grammatik-Bombardement. Und durften uns beim freitäglichen "Entrega de diplomas" (salopp übersetzt Diplomübergabe) mit unserer am Vorabend "zusammengebrünzelten" Abschlussrede (die jeder Schüler beim Beenden der Schule hinter sich bringen muss) in den Mittelpunkt des Geschehens stellen. Das anwesende Publikum war übrigens mit Gratishamburgern geködert worden der Veranstaltung beizuwohnen ;-)...

Zum erfolgreichen Abschliessen unserer Spanisch-Ausbildung hat evtl. auch der Kinobesuch am Donnerstag beigetragen. Wir hatten uns eigentlich schon lange vorgenommen uns einen Spanisch gesprochenen Film im Kino anzuschauen. Die Idee war: Film Spanisch gesprochen, aber Englisch untertitelt, damit im Zweifelsfall noch eine zweite Möglichkeit zum Verstehen der Handlung vorhanden ist. Ausserdem sucht man sich normalerweise einen Film aus, der ein gewisses Interesse weckt... Soweit die Idee... Das um diese Tageszeit (kurz nach Mittag) im ausgewählten Kinokomplex angebotene Programm liess für unsere ursprüngliche Idee wenig Handlungsspielraum. Schlussendlich entschieden wir uns für "Boogie, el aceitoso", was frei übersetzt "Boogie der fettige/ölige" bedeutet. Auch ein abgebrühter europäischer Kinogänger wird sich jetzt vermutlich fragen: Boogie wer?? Nie gehört. Genau so ging's uns auch, aber da es sich um einen Spanisch gesprochenen Animationsfilm (sind ja häufig für Kinder und daher tendenziell auch sprachlich eher einfacher zu verstehen) handelte und nicht um einen Hollywood-Blockbuster mit spanischen Untertiteln, gingen wir das Risiko ein.
Also flugs an der Kasse angestanden (man kann sich vorstellen, dass die Warteschlange um diese Tageszeit im Kino ihren Namen nicht verdient) und zwei "Boletos" (spanisch für Tickets) bestellt. Auf die Bemerkung des Schaltertypen, dass der Film dann aber Spanisch gesprochen sei (auf Spanisch natürlich), wussten wir mit stolzem Kopfnicken und "si, si" zu antworten. Der Typ scheint sich anschliessend seine Sache gedacht zu haben, denn auf seine Nachfrage ob uns seine ausgewählten Plätze recht wären, konnten wir nur mit einem "No entiendo!" (was so viel bedeutet wie: "Ich verstehe nicht!") antworten. Trotzdem reagierten wir auch auf seine zweite Bemerkung, der Film sei dann aber schon auf Spanisch, nur mit energischem Kopfnicken. Er merkte wohl, dass wir uns nicht von unserem Glück abhalten lassen würden und verkaufte uns die Kinotickets (vermutlich um eine Anektote für's nächste Betriebsfest reicher).
Bereits in den ersten 5 Minuten des Films wurde klar, dass höchstens 75 Prozent des Kinopublikums mit einer positiven Meinung das Lichtspieltheater verlassen würden. Uns eingeschlossen hatten gerade mal 4 Personen den Weg in Kinosaal Nummer 4 gefunden und Curry's Abneigung gegenüber Filmen wie "Sin City" wurde doch arg strapaziert, da es sich genau um eine solche Comic-Verfilmung handelte. Wenigstens waren die, zugegeben wenigen, Dialoge recht langsam und deutlich gesprochen, so dass man dem, eher dünnen, Handlungsfaden einigermassen folgen konnte.
Fazit: Ein Erlebnis. Wenngleich nur zu 50% befriedigend.

Neben all den mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen unsere Spanischkenntnisse zu verbessern, war die vergangene Woche auch von Planungsaktivitäten für die Zeit nach Buenos Aires geprägt. Der Besuch der Wasserfälle von "Iguazu" im Norden von Argentinien war bereits beschlossene Sache, offen war allerdings noch wie dieses Unterfangen auszuführen sei. Im Reisebüro "Say Hueque" fanden wir eine kompetente und ausserordentlich freundliche Anlaufstelle (Reiseführer sei Dank). Durch den Entscheid, den Ausflug über ein Reisebüro zu buchen und nicht selber zusammenzupuzzeln, würde sich der Preis etwas erhöhen, das war uns klar, anderes wurde uns erst später bewusst...

Am Sonntag, 25. Oktober solls um 19 Uhr im Busbahnhof "Retiro" losgehen. Die Busreise dauert 16 Stunden (in Südamerika fast ein Katzensprung) und bringt uns nach "Puerto Iguazu", quasi unserem Basislager in der Nähe der Wasserfälle. Ein Tag Besuch der argentinischen Seite der Wasserfälle und ein halber Tag Besuch der brasilianischen Seite der Wasserfälle. Unterkunft in einem Doppelzimmer im Hostel für zwei Nächte (angeblich eines von Südamerika's besten Hostels, in einem ehemaligen Casino) mit Halbpension. Die Rückreise nach Buenos Aires dann wieder im Bus für 16 Stunden.
Der Preis, den wir im Reisebüro für diesen Ausflug hinblätterten, kam uns erst auf den zweiten Blick spanisch vor. Beim Durchsehen der Unterlagen fiel uns der Preis auf dem Busticket als verdächtig hoch auf. Da war eine Fahrtrichtung beinahe gleich teuer, wie die Preise, welche wir von anderen Mitschülern für Hin- und Rückfahrt gehört hatten. Verdächtig, verdächtig... Unsere Nachforschungen ergaben aber schlussendlich, dass bei unserer Buchung alles mit rechten Dingen zu und her gegangen war. Das Problem lag schlicht und einfach in der gebuchten Sitzklasse. "Super Cama", der Sitz lässt sich quasi zu einem Bett umbauen (ähnlich der First Class im Flugzeug), kostet halt etwas mehr als die "Holzklasse" mit normalen Langstreckenbussitzen (ähnlich der Economy Class im Flugi)...
Für unsere Reisekasse wäre die Budgetvariante sicherlich bekömmlicher gewesen, aber was solls! Wir werden einfach die inbegriffenen Getränke, Mahlzeiten und das Unterhaltungsangebot, sprich Kinofilme, geniessen und (hoffentlich) wunderbar ausgeruht in "Puerto Iguazu" ankommen (über die Reisekasse machen wir uns dann später Gedanken :-)).

Nach dem Ausflug in den Norden solls dann anschliessend in die andere Richtung nach "Patagonien" weiter gehen. In unserer ursprünglichen Planung war dafür zwar keine Zeit vorgesehen, aber Pläne sind ja bekanntlich dafür da geändert zu werden. An der Ostküste entlang solls via "Puerto Madryn" nach "El Calafate" zu den berühmten Gletschern im Süden Argentiniens gehen. Um diese Jahreszeit sei's zwar noch recht kühl da unten, aber dafür führt vielleicht der Touristen-Strom noch kein Hochwasser. Wir werden sehen...

Montag, 19. Oktober 2009

Zwei Wochen Sprachschule, und...?

Der erste Schultag in einer fremden Stadt beginnt meist bereits am Vortag, schliesslich will die Frage beantwortet werden: Wie kommt man am Besten zur Schule? Per Bus oder gibt's eine U-Bahn? Mit dem System des öffentlichen Verkehrs in Buenos Aires hatten wir uns bis dahin noch nicht beschäftigt und hatten darum auch absolut keinen Schimmer, wie das Kursbüchlein zu lesen sei (um ehrlich zu sein, wir haben es bis heute noch nicht vollends verstanden...). Mit Mutschi als Begleitung am Montag Morgen, war das dann aber kein Problem. Dass wir uns vorkamen wie Erstklässler, die an ihrem ersten Schultag von ihrem Mami zur Schule begleitet werden, nahmen wir ohne zu Murren in Kauf (immer noch besser als Stunden nach Unterrichtsbeginn, nach einer nicht enden wollenden Irrfahrt durch die Stadt, in der Schule anzukommen). Bus Nummer 60 brachte uns direkt bis vor die Haustüre der Schule. Ein Service, den wir ohne Mutschi's Hilfe niemals hätten auskosten können, da uns schlicht das Know-How des Busroutenplanlesens gefehlt hätte.

Erste Tage an Sprachschulen im Ausland beinhalten in den meisten Fällen auch die Durchführung eines Einstufungstests. Beim Ausfüllen dieses Tests kamen wir uns erneut etwas doof vor, konnten wir doch gerade mal die ersten beiden Seiten einigermassen mit Antworten vollkritzeln, der Rest war einfach nur Bahnhof. Die Resultate des Tests sollten uns in zwei getrennte, unterschiedliche Kurse führen. Das wäre an und für sich noch keine Sache gewesen, dass aber der eine Kurs am Morgen und der andere am Nachmittag hatte abgehalten werden sollen, lief unseren Stadtbesichtigungsplänen recht zuwider. Nach kurzer Diskussion konnte aber dieses Problem behoben und das Einstufungstest-Resultat ausgehebelt werden.

Im Klassenzimmer für den Kurs Base P1B (oder auch "Kurs für nicht mehr ganz blutige Anfänger" genannt) erwarteten uns bereits unser Lehrer Juan Manuel und unsere vier Studigspändli, bestehend aus einem Ami, einem Holländer, einem Engländer und einem weiteren Schweizer. Zusammen sollten wir die nächsten beiden Wochen die Geheimnisse der spanischen Sprache kennenlernen.
Juan Manuel hatte uns bereits nach wenigen Augenblicken in seinen Bann gezogen. Die äusserst gestenreichen, häufig mit gekonnt ans Whiteboard gezauberten Zeichnungen untermalten Erklärungen, dieses kurzgewachsenen Porteños (Porteño = Einwohner von Buenos Aires) führten uns häufig direkt, ab und zu über (mehr oder weniger lange) Ausschweifungen zur Erleuchtung.

Der Vorteil von Unterricht am Morgen ist die Möglichkeit, den Nachmittag mit Sightseeing verbringen zu können. In der ersten Woche, mit noch sehr wachem Entdeckergeist und dank Repetition von bereits bekanntem Spanischwissen noch vorhandenen geistigen Reserven, wurde von dieser Möglichkeit auch rege Gebrauch gemacht. Das Quartier "Recoletta" mit dem berühmten Friedhof, wo neben anderen wichtigen argentinischen Persönlichkeiten auch "Evita Peron" ihre letzte Ruhestädte gefunden hat, "Puerto Madero" mit der schicki-micki Hafenpromenade und die farbenfrohen Gassen des "El Caminito" im Quartier "La Boca" mussten ausgekundschaftet und abgelichtet werden. Zu einem Besuch im "Jardín Japones" waren wir auf Grund von Orientierungsdefiziten nicht fähig (wir waren tatsächlich nur gut 50 Meter vom japanischen Garten entfernt, haben ihn aber trotzdem nicht gefunden :-)).
In der zweiten Woche war's dann mit Sightseeing grösstenteils vorbei, da neben spanischer Grammatik im Unterricht nicht mehr viel Gehirnschmalz für andere Tätigkeiten übrig blieb. Das scheint mit unserem Alter zusammen zu hängen, unsere Mitstudis liessen sich auf laden Fall nicht vom Feste feiern abhalten ;-)...
Am Freitag war dann die erste Bewährungsprobe fällig: mit schweissnassen Händen sassen wir morgens um neun im Schulzimmer und warteten auf den Start des Abschluss-Tests für den ersten Kurs. Die Aufgabenblätter hatten aber den Weg in die Schule anscheinend nicht gefunden und mussten erst neu kopiert werden (das sei typisch argentinisch wurde uns versichert). Mit einigen Minuten Verspätung wurden wir dann doch noch auf den Test losgelassen. Es sollte sich herausstellen, dass unsere Zweifel unbegründet waren, da (welch Überraschung!) alle den Test bestanden und die folgende Woche den nächsten Kurs bestreiten dürfen.

Über's Essen muss natürlich auch berichtet werden, waren wir doch nach Buenos Aires aufgebrochen in der Hoffnung das "gelobte Land" für Fleischfresser zu finden. Wir dürfen bestätigen: Die Gerüchte sind wahr!! Hier fliessen zwar nicht Milch und Honig, aber dafür gibt's riesige, saftige "Bife de Lomo" (Filletsteak) und "Bife de Chorizo" (T-Bone Steak) für eine Handvoll Fränkli! Das geht sogar soweit, dass man sich teilweise schon fast quälen muss um den ganzen Fleischberg, der sich da auf dem Teller erhebt, verputzen zu können. Vegetarier sind in Buenos Aires wirklich nicht zu beneiden...
Abgesehen vom Fleisch gibt's jede Menge "Empanadas" (Teigtaschen) in allen erdenklichen Variationen, mit Fleisch, ohne Fleisch, mit Käse, ohne Käse, usw. Auch die Pizza's (hier eher Käsekuchen, da mit Unmengen von Mozarella zubereitet) sind nicht zu Verachten. Und dann sind da noch die leckeren Eintöpfe mit Linsen oder Getreide, mmmh...
Zum Dessert gibt's dann jede Variante von Süssspeisen, je süsser desto besser, und deshalb mit einer gehörigen Portion "Dulce de Leche" versehen. "Dulce de Leche" ist eine Mischung aus Caramell und "Nidletäfeli". Wie man soviel Süsse in eine dickflüssige Paste reinbringt bleibt wohl das Geheimnis der Argentinier.
Was die Argentinier beim Kochen an Zucker zu viel verwenden, sparen sie dann beim Salz wieder ein. In den meisten Fällen sind die Speisen zwar geschmacklich super, aber für den schweizer Gaumen muss noch etwas mit Salz nachgewürzt werden. Das gilt übrigens auch für Mutschi's Küche. Auch von ihr werden wir mit allerlei argentinischen Spezialitäten verwöhnt (oder manchmal auch konfrontiert ;-)). In den allermeisten Fällen können wir uns aber ganz und garnicht beklagen!

Bisher hatten wir uns mit dem Ausgang "vornehm" zurückgehalten, wir waren abends einfach zu groggi (die alte Leier mit dem Alter...). Bis auf gelegentliche abendliche Ausflüge in das eine oder andere Restaurant, zum gediegenen Fleischverzehr natürlich, war unsererseits wenig los. Gestern verspürten wir aber einmal den Drang uns ins Nachtleben zu stürzen. Gegen zwei Uhr ging uns aber der Saft aus, also etwa dann, wenn die Argentinier die Bar verlassen um weiter in die Clubs zu pilgern. Eine Überraschung erwartete uns zu Hause... Wie gewohnt schloss unser Schlüssel die Eingangstür zum Gebäude auf, verweigerte dann aber bei der Wohnungstür seinen Dienst. Trotz verschiedensten Überredungsversuchen, mal mit und mal ohne sanfte Gewalt, wollte sich die Tür nicht öffnen lassen. Da Mutschi auch nicht zu Hause war (Argentinierinnen gehen halt auch etwas länger aus), brachte auch unser verzweifeltes Klingeln und Klopfen nichts, wir mussten warten bis jemand mit funktionierendem Schlüssel auftaucht. Das wäre die beiden vorhergehenden Wochen nur ein kleines Problem gewesen, da die Wohnung vollgefüllt mit anderen Sprachstudenten war, aber wie es der Zufall wollte (streng nach Murphy's Gesetz), waren wir beiden die einzigen Mitbewohner in Mutschi's Bleibe für dieses Wochenende (alle anderen Mitbewohner waren in einer anderen Wohnung einquartiert und sowieso noch unterwegs)...
Der gewiefte Leser wird sich jetzt fragen warum wir, da wir ja alle im Kommunikationszeitalter leben (ja, auch hier läuft jeder mit Handy am Ohr rum), nicht einfach den Hosentaschenfunk hervorzaubern und Mutschi unser Problem schildern konnten. Gute Frage, simple Antwort: ohne die entsprechende Telefonnummer keine Verbindung! Wer vergisst sich die wichtigsten Nummern zu notieren, hat nichts anderes verdient als nachtens im Treppenhaus zu hocken und zu warten.
Unsere Treppenhaus-Odyssee endete aber glücklicherweise nach gut einer Stunde. Mutschi erschrak etwas, als wir ihr um drei Uhr morgens im Treppenhaus entgegenkamen, sie sagte uns nachher, dass sie schon den ganzen Abend eine Vorahnung gehabt habe, dass irgendetwas schieflaufen würde. Sachen gibts!

Montag, 12. Oktober 2009

Die ersten Tage in Buenos Aires

Für einmal hat mit den Flügen und dem Gepäck alles geklappt, unsere Rucksäcke waren sogar beinahe die ersten Gepäckstücke auf dem Band. Dazu beigetragen hat sicher, dass der Flug nach Johannesburg gut eine halbe Stunde zu früh gelandet war. So hatten die Rucksäcke genügend Zeit um den Irrweg von Flugzeugbauch zu Flugzeugbauch hinter sich zu bringen.

In "Buenos Aires" angekommen, sollten die übrig gebliebenen südafrikanischen Rand in argentinische Pesos umgetauscht werden. Das klappt natürlich nicht in jeder Bank. Wenn dann die entsprechende Bank gefunden ist, muss auch noch der Pass hervorgekramt werden (warum auch immer).
Apropos komische Sachen: Im Zollformular für die Einreise nach Argentinien gibt's neben den Feldern für die Deklaration der eingeführten Währungen und Wertgegenstände auch ein Feld, wo man Marke, Typ, Seriennummer und Zubehör seines Handys angeben muss. Höchst seltsam, vorallem auch deswegen, weil das am Zoll dann keinen interessiert. Diese Zollzettel scheinen überall auf der Welt nur dazu zu dienen die Einreisenden zu nerven und zu verunsichern...

Vom Flughafen ging's dann erstmal in einer 40-minütigen Fahrt per Taxi in die Stadt. Wir hatten uns auf gut Glück eine günstige Unterkunft aus dem Reiseführer ausgesucht (ca. 18 Franken die Nacht für ein Doppelzimmer). Das Zimmer war dann auch entsprechend... Der Name "Absteige" würde es wohl treffend beschreiben, wenn der Putz von den Wänden bröckelt und das Bett die Form einer Badewanne angenommen hat. Immerhin hatten wir ein eigenes Bad/WC, obwohl hier der Name "Nasszelle" besser passen würde. Durch die ungeschickte Innenarchitektur (Dusche ohne Wanne oder Duschvorhang und direkt neben der Kloschüssel) wurde das ganze Zimmer beim Duschen geflutet. Praktisch für die Putzfrau, aber etwas gewöhnungsbedürftig für den verwöhnten Schweizer ;-). Abgesehen davon war die Unterkunft perfekt gelegen, direkt im Künstlerquartier "San Telmo", wo am Sonntag ein lebhafter Quartiermarkt mit Tangovorführungen und Antiquitätenständen stattfindet. An den Ständen werden, so scheint es zumindest, Grosi's Tafelsilber und Mama's gute Gläser verscherbelt. Da finden sich Grammophone neben allerlei Uralt-Ramsch, echt einen Abstecher wert!

Die ersten zaghaften Schritte liessen uns auch auf "Medialunas" stossen, die überaus leckeren, aber mit viel Zucker versehenen, argentinischen "Gipfeli" (gut für den Gaumen, aber schlecht für die Figur).

Nach zwei Tagen "Freiheit" war's dann Zeit unsere Gastfamilie aufzusuchen. Wieder mit dem Taxi, an Bus oder U-Bahn wollten wir uns noch nicht heranwagen, ging's in's Quartier "Palermo". Die Gastmutter, eine kleine, lebendige, sehr nette Frau um die fünfzig erwartete uns schon. Beim Begriff "Gastfamilie" stellen sich wohl die meisten Leute eine dem Land entsprechend typische Familie mit mehreren Familienmitgliedern, darunter auch Kinder, vor. Das war auch unsere Vorstellung...
Wir sassen also in unserem Zimmer, warteten auf's versprochene Abendessen und fragten uns wie wohl die verschiedenen Familienmitglieder wären. Das Geheimnis lüftete sich beim Abendessen nur teilweise, da neben "Mutschi" (der Gastmutter) und uns lediglich vier weitere Spanischstudis am Tisch sassen, zwei davon auch aus der Schweiz, sowie eine US-Amerikanerin und ein Engländer.
Wie sich dann später langsam herausstellte, sollte unsere "Gastfamilie" etwas anders aussehen als man das gemeinhin annimmt. "Mutschi", die Gastmutter, sollte das einzige konstante argentinische Element in unserer sehr international angehauchten "Gastfamilie" sein. Konstant deshalb, weil sich mitunter manchmal auch "Mutschi's" Freundinnen an den Tisch setzen. "Mutschi" kompensiert das Fehlen von weiteren argentinischen Familienmitglieder ausserdem sehr gekonnt, da sie mit einer Art "Redezwang" gesegnet ist. Der nicht enden wollende Wortwasserfall, der da aus ihrem Mund quillt, lässt uns täglich gebannt an ihren Lippen hängen. Ohne eine gehörige Portion Konzentration ist es nämlich kaum (oder besser gesagt gar nicht) möglich als Spanisch-Anfänger auch nur Bruchstücke aus ihrem Porteño-Akzent (Porteños werden die Buenos-Aires-ianer genannt) herauszubrechen und zu verstehen. Gelegentliches, kollektives Kopfnicken täuscht über Nichtverstandenes hinweg. Vermutlich wundert sie sich ab und zu, warum auf eine Frage ihrerseits nur ein aufmunterndes Kopfnicken als Antwort zurückkommt.
Mal sehen, ob sich das von Unverständnis und etwas Peinlichkeit ausgelöste Kopfnicken im Verlauf der Zeit noch in korrekt artikulierte spanische Antworten verwandelt...